Solaranlage auf der Röm. kath. Kirche, Ettingen 

Auf der Suche nach neuen Standorten hat die Solargenossenschaft Gugger-Sunne schon früh erkannt, dass unsere Dorfkirche ein ideal gelegenes Dach hätte – es ist ein Süd-Dach, steil und nicht beschattet – auch nicht im Winter. Es stellte sich aber die Frage, darf man auf einer Kirche überhaupt eine Solaranlage planen? Auch eine Kirche benötigt Energie für Licht und Heizung. Eine Solarstromanlage produziert Energie ohne irgendeine Umweltverschmutzung und ohne Lärm. Die Quelle der Energie ist die Sonne – so betrachtet ist Sonnenergie ein Geschenk des Herrgotts. Deshalb erschien es allen Involvierten legitim, auf der Kirche eine Solaranlage zu planen. Nachdem festgestellt wurde, dass auf der Kirchen von Laufen bereits 2003 und in Birsfelden 2011 eine Solaranlage realisiert wurde, begann eine einjährigen Diskussion-/Überzeugungsphase zwischen dem Kirchgemeinderat und der Solargenossenschaft. Eine Machbarkeitsstudie der EBM (Elektra Birseck) bestätigte die Realisierbarkeit. Die Tatsache, dass die Kirche weder in der Kernzone lag noch unter Heimatschutz stand, erleichtert die Planung sehr. Diese sah vor, dass die Solargenossenschaft das Dach von der Kirchgemeinde mietet und die Anlage auf eigene Kosten erstellt. Dafür erhält die Kirche einen kleinen „Dachmietzins“.

 

Solardach

 

Die Röm. kath. Kirche ist im Dorfbild ein wichtiges und markantes Gebäude. Den Initianten und der Kirchgemeinde erschien es deshalb wichtig, die ganze Bevölkerung über die geplante Anlage vorgängig zu informieren und den „Puls zu fühlen“. Am 22.10.2012 fand in der Aula der Schulhausanlage Hintere Matten eine sehr gut besuchte öffentliche Informationsveranstaltung mit allen Beteiligten statt. Der grösste Teil der Anwesende war von der Idee begeistert.

 

Da keine Baubewilligung notwendig war, benötigte das Projekt nur noch die Zustimmung durch die Kirchgemeindeversammlung auf Antrag des Kirchgemeindesrates. An der Kirchgemeindeversammlung vom 26.11.2012 wurde das Projekt einstimmig genehmigt.

 

Mitte Januar 2013 war Baubeginn – am 28. März 2013 wurde erstmals Strom ins Netz des Stromversorgers eingespeist. Die Einweihung mit Einsegnung durch Pfr. R. Schmidlin erfolgt am 23. Juni 2013.

 

In der Zwischenzeitzeigt zeigt sich, dass die Integration der Anlage ins Gesamtbild der Kirche sehr gut gelungen ist. Die Akzeptanz in der Bevölkerung ist ausserordentlich hoch.

 

Die Solaranlage umfasst 231 Solarmodule der Marke Ja Solar von je 260 Wp und bedeckt die ganze Dachfläche von 378 m2. Die 60 kWp-Anlage produziert pro Jahr etwa 60‘000 kWh Strom, was etwa dem Verbrauch von 12 – 15 Haushalten mit 4 Personen entspricht.